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Deutschland ist unsere Zukunft


Mit der nachfolgenden Erklärung wollen wir offen Stellung zu den in der Presse gegen uns erschienenen Vorwürfen und Unterstellungen nehmen.

 

Es ist schon traurig, wenn Behauptungen aufgestellt werden, die jeglicher Substanz entbehren und lediglich auf Vorurteilen beruhen.
 
Um die türkische Bevölkerungsgruppe in Deutschland zu verstehen, darf man deren Historie nicht vergessen. Die erste Generation der in Deutschland lebenden  Türken kam als Gastarbeiter aus ihrem Heimatland in eine völlig neue Welt. Ihre Wertevorstellungen, wie Religion, Traditionen, Kultur, Sprache und auch ihre ideologisch-politischen Gesinnungen brachten sie natürlich mit. Die Mehrheit der türkischen Gastarbeiter waren patriotische, nationalistische staatstreue Bürger, da die Republik Türkei den türkischen Nationalismus in ihrer Verfassung verewigt und verankert hatte.
 
Die Nation wird im Türkischen jedoch nicht als bloße homogene Gemeinschaft verstanden. Die türkische Nation ist seit ihrer Existenz eine Stammeskonföderation diverser Stämme, die heterogen waren. Diese Jahrtausende alte staatspolitische Tradition der Türken wurde auch von dem Gründervater der Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, erneuert und als Staatsideologie eingeführt. Nationalismus ist einer der Richtlinien von Mustafa Kemal Atatürk geförderten "sechs Pfeile".
 
Alle türkischen Staatsbürger unabhängig ihrer Religion, Abstammung und Glaubensrichtung sind Angehörige der türkischen Nation. De facto haben alle türkische Staatsbürger/innen und Mitbürger/innen haben die gleichen Rechte und Pflichten.
 
Der Nationalismus wird vom verstorbenen MHP-Gründer Alparslan Türkeş in seinem größten Werk "Neun Lichter (Dokuz Işık)" so definiert: "<<seine Nation zu lieben>>, <<die türkische Nation zu rekonstruieren und entwickeln>>, <<loyal gegenüber zum türkischen Staat>>, <<unser Nationalismus sieht vor Rassismus abzulehnen>>, <<wir verstehen unter Nationalismus die nationale Kultur in Grundlage zu erhalten>>".
 
Der jetzige MHP-Vorsitzende  Devlet Bahçeli erkärte am 13.04.2013 in seiner Rede in Ankara.: "Die Überlegenheit vor unserem Schöpfer wird nicht durch die Hautfarbe, nicht durch die Wurzeln der Herkunft, nicht durch die Geburtsorte, nicht durch die Rasse, nicht durch die Glaubensgemeinschaft auch nicht durch die Abkunft bestimmt."
 
Doch leider versteht oder will die deutsche Aufnahmegesellschaft diese Zusammenhänge nicht verstehen.
 
Denn offensichtlich beschäftigt sie sich zu wenig mit der türkischen Politik und der türkischen Staatsideologie. Die Republik Türkei als Erbe des osmanischen Reiches ist kulturell sehr reich und vielfältig. Die Mehrheit der Türken gehört der islamischen Religion an und auch der Islam verbietet jegliche Form von Rassismus und Chauvinismus.

 

Die Sichtweise der türkischen Föderation in Deutschland (ATF-Almanya Türk Federasyon)

 
Zum Programm der türkischen Föderation gehören die Pflege der türkischen Werte und der Kultur und auch natürlich die Integration in die hiesige Gesellschaft. Und anders als Assimilation bedeutet Integration auch das Bewahren der Herkunftskultur. Wie jeder Mensch haben auch Völker und Gesellschaften "Ideale" wonach man strebt.
 
Der türkischer Idealismus bezieht sich auf Menschenrechte, auf die türkische Staatsideologie, auf die türkische Kultur, auf ethische und globale Wertvorstellungen.
 
Die türkische Föderation gestaltet ihre Aktivitäten im Einklang mit dem Grundgesetz. Immer wird dabei zur Loyalität gegenüber dem deutschen Staat und zu ihrer Verfassung aufgerufen.
 
Die Mitglieder werden zur politischen und sozialen Partizipation und Mitgestaltung in Deutschland aufgefordert und motiviert. Schließlich will man ja die Zukunft der neuen Heimat mitbestimmen. Wenn es Deutschland gut geht, geht es uns allen gut. Und wenn es Deutschland schlecht geht, geht es uns allen schlecht. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Für die hiergeborenen Menschen ist Deutschland natürlich die Heimat. Menschenrechtsverachtenden-, faschistischen-, rassistischen-, radikalen- und fundamentalistischen politischen Einstellungen und Gedankengut wird strikt von uns abgelehnt.
 
Die Behauptungen, mit denen man uns in den vergangenen Wochen und Monaten in der öffentlichen Presse als Rechtsradikale dargestellt hat, sind nichts anderes als einseitige Unterstellungen die wir massiv zurückweisen.
 
Wie erwähnt liegen unsere Grundprinzipien in der Achtung und Wahrung der Menschenrechte sowie der Bekenntnis zum Grundgesetz der Bundesrepublik und den darin festgelegten freiheitlichen, demokratischen Grundordnungen. Dies wird Ausdrücklich in allen Publikationen und öffentlichen Schriften immer wieder betont und wird auch in der Satzung der ATF ausdrücklich deklariert.
 
Unsere Hauptarbeiten und Aktivitäten betreiben wir im kulturellen und familiären Bereich. Ziel unserer kulturellen Aktivitäten und Versammlungen sind die Wahrung und Entfaltung der kulturellen Werte unserer Mitglieder. Unsere Ansicht ist, dass Zuwanderer und deren Kinder es heutzutage immer noch schwer in der deutschen Gesellschaft haben, denn von vollständiger Akzeptanz kann man noch heute nicht wirklich sprechen. Mangelnder Kontakt, Diskriminierung und Ausgrenzung erschweren es Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte und deren Nachfahren sich in der Gesellschaft einzugliedern. Deshalb wird auch oft in Medien und Politik von mangelnder Integration, -Integrationsfähigkeit und –Willigkeit zur Integration gesprochen.
 
Während wir in unseren Vereinsaktivitäten Wert auf die Wahrung unserer Kultur und Erhaltung der eigenen Herkunftssprache der Mitglieder achten, ist es für uns ebenfalls ein wichtiger Aspekt und erstrebtes Ziel, die Integration unserer Mitglieder im gesellschaftlichen Leben in Deutschland zu gewährleisten, zu fördern und hierfür aktiv einzutreten.
 
Wir sind überzeugt, dass Integration die beste Perspektive für eine bessere Zukunft bietet und vertreten die Meinung für ein Leben- “Miteinander“, anstatt  “Nebeneinander“. Somit erklären wir Behauptungen gegen uns, wie “Rechtsnationalisten“, “Gegner der Völkerverständigung“, ebenfalls als zu Unrecht gegen uns gerichtete Unterstellungen und Verleumdungen.
 
Wir stehen ein für Toleranz, Verständnis, Gleichberechtigung, Achtung der Würde und den freiheitlichen Grundrechten aller Menschen, unabhängig von der Hautfarbe, Religion und ihrer Herkunft. Es ist fraglich wie objektiv die Behauptungen und Vorwürfe, die gegen ATF gerichtet sind, und ebenso fraglich ist es wie hoch der Einfluss von ideologischen Hintergründen der in den Vorwürfen zu liegen scheint, ist.
 
Aber eines steht fest. Mit derartigen pauschalisierten Behauptungen werden Leser förmlich dazu animiert, den Kontakt zu türkisch- stämmigen Personen zu meiden, was alles andere als förderlich zur Erreichung einer „Völkerverständigung“ ist

 

Diskriminierung gegenüber Deutsch-Türken und Idealisten

 
Viele Türken fühlen sich diskriminiert, und somit ziehen sich viele aus der Gesellschaft zurück. So entstehen leider Parallelgesellschaften. Es ist schade, dass sich viele junge Deutsch-Türken fremd und unerwünscht in ihrer eigenen Heimat fühlen. Wenn man die Herzen dieser Jugend gewinnen möchte, sollte man auf diese Menschen zugehen und sie nicht an den Pranger stellen. Die Mehrheit der Türken sieht in Deutschland ihre Zukunft und bekennt sich auch zu Deutschland. Aber die Verbindungen in die alte Heimat oder in das Herkunftsland ihrer Vorfahren möchte man natürlich auch nicht ohne weiteres aufgeben.
 
Aus diesem Grund unterstützen und fordern wir die doppelte Staatsbürgerschaft für alle Türken ohne jegliche Form der Einschränkungen.
 
Wir, die Idealisten, werden in allen Bereichen des Lebens in Deutschland diskriminiert und angefeindet. Obwohl uns, idealistisch-nationalistischen Türken, vorgeworfen wurde die sogenannten "Döner-Morde" durchgeführt zu haben (siehe hierzu: "DER SPIEGEL 8/2011-Düstere Parallelwelt" - "Kleine Anfrage der Fraktion die Linke am 22.03.2011-Deutscher Bundestag") hat sich niemand dafür entschuldigt.
 
Wenn junge Deutsch-Türken mit idealistischen Perspektiven in deutschen Parteien aktiv werden, werden sie angefeindet, gemobbt, diskriminiert oder werden gehindert.
 
Türken mit türkischem Bewusstsein und die für die Einheit der Türkei und der türkischen Nation sind, werden als Rassisten, Faschisten, Rechtsextremisten beschimpft.
 
Man sollte versuchen die idealistisch-nationalistischen Türken besser zu verstehen und mit uns, statt über uns reden. Für die Zukunft Deutschlands ist es nur vorteilhaft, wenn die türkische Bevölkerungsgruppe mitgenommen und nicht isoliert wird. Die deutschen Behörden, Parteien, Institutionen sollten auch mal die Perspektive der türkischen Idealisten anhören und nicht einseitigen Darstellungen glauben. Die türkische Föderation wird sich wie bisher auch in Zukunft an die deutschen Gesetze halten und das Grundgesetz als Garant unserer Demokratie, Freiheit und Menschenrechte verteidigen.
 
 
Şentürk Doğruyol
Vorstandsvorsitzender
Der türkischen Föderation in Deutschland